Instagram schafft Feature ab: Keine Story-Aufruflisten mehr nach 24 Stunden

Wer hat meine Story gesehen?
Patrick Paas 11. Februar 2019

Ein besonders interessantes Feature des Storys-Formats ist, dass angezeigt wird, wer eine Story gesehen hat. Auch bei Instagram ist das möglich, indem Sie auf einer Story entweder nach oben wischen oder links unten auf die Profilbilder tippen. Nun jedoch hat Instagram eine Änderung vorgenommen: Aufruflisten sind nach 24 Stunden nicht mehr verfügbar. Was hat es hiermit auf sich? Was bedeutet es für Marketer? Wir schauen es uns im Detail an.

Was steckt hinter dem Verschwinden der Aufruflisten?

Vorweg: Die Aufruflisten gibt es immer noch, sie sind nicht gänzlich verschwunden. Während Ihre Story regulär für Ihre Follower zu sehen ist, können Sie auch weiterhin verfolgen, wer sich Ihre Story angesehen hat. Bisher war es jedoch an zwei Stellen möglich, auch nach Ablauf der 24 Stunden noch zu sehen, wer genau eine Story gesehen hat:

  • Im Story-Archiv erscheinen alle Storys, die Sie bisher gepostet haben. Sie erreichen das Story-Archiv, wenn Sie auf ihrer eigenen Profilseite (im Hauptmenü der App der rechte Punkt) links oben auf die Uhr mit dem gegen den Uhrzeigersinn laufenden Pfeil tippen und dann eine ihrer Storys auswählen. Seit es das Story-Feature bei Instagram gab, war es hier möglich, die Aufrufliste einer Story auch weiterhin aufzurufen.
  • Wenn Sie eine Story zu Ihren Highlights hinzugefügt haben, können Sie (und andere) diese Story auch weiterhin sehen und hatten entsprechend auch die Möglichkeit zu sehen, wer genau sich die Story erst nach Ablauf der 24 Stunden in den Highlights anschaut statt regulär über das Story-Feature.

Doch jetzt hat Instagram eben diese Möglichkeit entfernt: Statt der üblichen drei Profilbilder unten links erscheinen hier nun nach 24 Stunden nur noch ein stilisiertes Auge und die Gesamtzahl der Aufrufe.

Die Aufruflisten sind einerseits ein schönes Feature, andererseits sind ihre Aussagemöglichkeiten ohnehin nicht sonderlich groß. Sie dienen vor allem einer Mischung aus Eitelkeit und einer sehr milden Form des Stalkings (natürlich nicht nach juristischer Definition, denn es wird ja nur ein Feature genau so genutzt, wie Instagram es selbst anbietet und gedacht hat). Unterschiede im Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer bei der Anwendung und Nutzung der Highlights-Funktion sind aber dennoch denkbar:

  • Aus Follower-Sicht: Da ja nun nach 24 Stunden nicht mehr sichtbar ist, wer eine Story angesehen hat, könnten einige Nutzerinnen und Nutzer, die nicht möchten, dass jemand sieht, dass sie jemandes Storys verfolgen, darauf zu hoffen, dass jene Person die Story zu ihren Highlights hinzufügt.
  • Aus Poster-Sicht: Menschen, die höchsten Wert darauf legen nachvollziehen zu können, wer die eigene Story angesehen hat, könnten nunmehr die Highlights-Funktion weniger oder nicht mehr nutzen. Allerdings ist davon auszugehen, dass diejenigen, die einem solchen Kontrolldrang nachhängen, ihr Profil ohnehin auf privat gestellt haben und nur enge Freunde als Follower annehmen.

Das Entfernen der Aufruflisten nach 24 Stunden wurde von Instagram jedenfalls bisher nirgends öffentlich bekanntgegeben – weder als Pressemitteilung, noch auf den eigenen Social-Media-Profilen, etwa auf Facebook oder bei Instagram selbst – und auch nicht per Popup in der App. Vielleicht will die Firma den Ball hier eher flach halten, um keine Entrüstung der aktivsten Nutzerinnen und Nutzer heraufzubeschwören – also jener, die genau nachschauen, wer ihrer Follower eine Story gesehen hat. Das Motto hier scheint in etwa zu sein: Was meine Nutzerinnen und Nutzer nicht wissen, macht sie nicht heiß.

Welche Konsequenzen hat es für Marketer?

Für Marketer ändert sich erst einmal nicht viel: Allgemeine Aufrufstatistiken zu Storys gibt es natürlich auch weiterhin und welche Person jetzt genau eine Story angesehen hat, ist ohnehin nicht weiter relevant, so lange sie nur möglichst in die aktuelle Zielgruppe passt. Vielleicht deutet die Zurücknahme eines bereits vorhandenen und etablierten Features aber eine größere Änderung bei Instagram (und damit natürlich auch bei Facebook) an, wie freizügig mit den Daten der Nutzerinnen und Nutzer umgegangen wird. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn wir in nächster Zeit weitere Änderungen dieser Art sehen, die uns die Arbeit tatsächlich und ganz praktisch ein Stück weit erschweren.