Neu bei Instagram: »Instagram Checkout« – Shoppen, ohne die App zu verlassen

Patrick Paas 20. März 2019

Instagram erweitert seine Möglichkeiten der markenfreundlichen Bewerbung von Produkten massiv: In den USA ist nun ein Feature in die geschlossene Beta-Phase gestartet, das sich Checkout nennt. Hierdurch haben Marken die Möglichkeit, Produkte direkt innerhalb von Instagram zu verkaufen.

Vorerst nehmen 25 unterschiedlichen Accounts am Testbetrieb teil. Dazu gehören etablierte Kleidungshersteller wie Adidas, Nike und H&M genauso wie Influencerinnen wie Kylie und Kim Kardashian sowie bekannte Kosmetikmarken wie MAC und NYX.

Bereits zuvor hatten Marken über Instagram Shopping die Möglichkeit, per Verlinkung in Bildern, Videos und in der eigenen Story ihre Produkte zu bewerben, im November 2018 wurde das Feature für alle Unternehmens-Accounts freigeschaltet. Allerdings wurden potenzielle Kundinnen und Kunden »nur« auf die entsprechende Firmenwebsite weitergeleitet, wenn sie ein Produkt auswählten. Schon im Februar 2019 wurde das Shopping-Feature monatlich von 130 Millionen Menschen genutzt, wobei hier reine Interaktionen gezählt wurden und nicht ein erfolgter Verkauf.

Wie funktioniert Instagram Checkout?

Instagram Checkout ist eine Erweiterung von Instagram Shopping. Wie bisher können Marken ihre Produkte verlinken. Statt jedoch dann auf die Website des Unternehmens weitergeleitet zu werden, haben die Marken, die Instagram Checkout nutzen, nun die Möglichkeit, ihre Produkte direkt innerhalb der Instagram-App zu verkaufen. Dafür muss (je nach Produkt) zunächst etwa die Größe und die Farbe ausgewählt werden, und im nächsten Schritt kommt auch schon der Warenkorb, in dem das Produkt, der Produktpreis, die Versandkosten, der Gesamtpreis, die Versandmethode und die Bezahlmöglichkeiten stehen. Name, E-Mail-Adresse sowie Liefer- und Rechnungsadresse sowie die Bezahlmöglichkeit (meistens wohl die Kreditkartendaten) können die Nutzerinnen und Nutzer einmal direkt bei Instagram angeben; daraufhin werden die Angaben bei jedem weiteren Kauf automatisch von Instagram ausgefüllt.

Im Extremfall (wenn keine Änderungen an den Standardeinstellungen, was Größe, Farbe und so weiter angeht, vorgenommen werden) reicht es also, viermal auf den Bildschirm zu tippen, um ein Produkt zu kaufen:

  1. auf die Einkaufstasche links unten an einem Bild oder Video
  2. auf den schwarzen Button, der daraufhin über dem Produkt erscheint und auf dem Produktname und Preis stehen
  3. auf den blauen Button »Checkout on Instagram« (im Deutschen dann vermutlich mit anderer Übersetzung, etwa »Checkout mit Instagram«)
  4. auf einen weiteren blauen Button mit der englischen Beschriftung »Place Order«, der im Deutschen wahrscheinlich »Jetzt kaufen« oder dergleichen lauten wird.

Wie profitieren die Nutzerinnen und Nutzer?

Durch Checkout wird die User Experience optimiert: Die Nutzerinnen und Nutzer müssen sich optisch nicht auf eine neue Umgebung – nämlich die Unternehmens-Website – einstellen, stattdessen bleibt alles in der gewohnten Instagram-Optik

Vor allem werden all jene von Instagram Checkout profitieren, die ohnehin bereits aktiv Instagram Shopping nutzen. Wie viele Menschen das sind, dazu hat Instagram keine Daten veröffentlicht, aber bedingt durch die große Gesamtzahl von Instagram-Nutzerinnen und -Nutzern werden es sicherlich Millionen sein. Außerdem erweitert sich durch Checkout die potenzielle Zielgruppe jener, die Instagram Shopping nutzen, auch auf diejenigen, die nicht auf dutzenden Seiten ihre Daten neu eintragen möchten – insbesondere, weil es mobil umständlicher ist – und deshalb bisher vor Instagram Shopping zurückgeschreckt haben.

Was bedeutet das für Marken?

Für Marken ist es natürlich von Vorteil, wenn die potenziellen Kundinnen und Kunden weniger Schritte unternehmen müssen, um ein Produkt kaufen zu können. Je unkomplizierter der Kaufprozess abläuft, desto wahrscheinlicher wird es, dass ein Kauf tatsächlich stattfindet und nicht vorher abgebrochen wird.

Nachteilig dürfte für Marken sein, dass Instagram sicherlich einen gewissen Prozentsatz an Provision verlangt, der aber durch das zu erwartende Mehr an Umsätzen locker ausgeglichen werden sollte. Darüber hinaus ist es gar nicht so einfach, überhaupt erst Instagram Shopping zu aktivieren. Dazu muss der eigene Online-Shop nämlich mit dem Facebook-Produktkatalog verbunden werden. Und bis Instagram Checkout der Beta-Phase entflohen und es auch noch in den deutschsprachigen Ländern verfügbar ist, kann es noch einige Zeit dauern.

Aber grundsätzlich ist es natürlich erfreulich zu sehen, dass Instagram sich bemüht, neue Features an den Start zu bringen, die sowohl den Nutzerinnen und Nutzern als auch Marken das Leben erleichtern.