Den Inhalt vor lauter Popups nicht sehen – warum stringentes Webdesign wichtig ist

Patrick Paas 31. Oktober 2019

Von mobilen Websites sind wir es ja schon fast gewohnt, dass teilweise nur wenige Pixel des eigentlichen Angebots überhaupt zu sehen sind. Viele Elemente können die Sicht auf den eigentlichen Inhalt versperren: Werbung, Navigationsleiste, Cookie-Benachrichtigung, Popups, Aufforderung zur App-Installation, Fortschrittsbalken, Share-Buttons, die Bedienelemente des Browsers und gerne auch noch zusätzliche Bedienelemente, wenn eine Website innerhalb eines Social Networks wie Twitter oder Facebook geöffnet wird. Das ist nervig, aber der Platz ist rar und es gibt nun einmal Vorgaben aus der Anzeigenabteilung, vom Design-Team und der Social-Media-Redaktion, die alle eingehalten werden müssen.

Ein recht neuer, aber auf keinen Fall nachzuahmender Trend ist jedoch, dass es selbst auf großen Bildschirmen teils kaum Platz für den Grund gibt, aus dem eine Seite von den Nutzerinnen und Nutzern aufgerufen wurde. Das Beispiel unten zeigt die abstrahierte und anonymisierte Version eines Artikels auf einer großen deutschsprachigen Nachrichtenseite im Zustand, wie sie auf einem 13-Zoll-Monitor im Vollbildmodus beim erstmaligen Aufruf für die Nutzerinnen und Nutzer erscheint:

Wenn dieses Bild hässlich aussieht, hat es seinen Zweck erfüllt, denn nur der weiße Bereich in der Mitte ist relevanter Inhalt, alles andere sind störende Elemente oder ungenutzter Platz. Dabei sind nicht einmal die einzelnen Elemente selbst das Problem:

  • Gegen gut gemachte Online-Werbung selbst ist überhaupt nichts einzuwenden; viele Angebote, insbesondere Nachrichtenseiten, finanzieren sich zu einem Gutteil aus Werbeeinnahmen,
  • ungenutzter Platz muss nicht schlecht sein; geschickt eingesetzter Whitespace ist beispielsweise der nützlich, um einer Seite Struktur, Ordnung und Übersicht zu verleihen,
  • eine Cookie-Notice ist nach europäischem Recht vorgeschrieben und unerlässlich,
  • Benachrichtigungen und Sharing-Optionen sind bewährte Möglichkeiten, um wiederkehrende und neue Nutzerinnen und Nutzer auf qualitativ hochwertigen Inhalt aufmerksam zu machen,
  • die Navigationsleiste kann – gut umgesetzt – auch mitscrollend Sinn ergeben, wenn der dadurch geschaffene Mehrwert den dafür geopferten Platz für eigentlichen Inhalt rechtfertigt,
  • auf die An- oder Abwesenheit von Bedienelementen des Browsers hat eine Website selbst natürlich gar keinen Einfluss.

In der hier vorgefundenen Kombination jedoch sorgen alle Elemente gemeinsam dafür, dass die Website beinahe unbedienbar wird und kaum noch klar ist, ob es überhaupt richtigen Inhalt gibt:

  • Die Werbung ist aufdringlich, störend und ohne Gefühl für die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer eingesetzt, ganz nach dem (zumindest hier) völlig falschen Motto »Viel hilft viel«,
  • der ungenutzte Platz ist kein bewusst eingesetzter Whitespace, sondern schlicht das Ergebnis einer nicht-responsiven Seite im Verbund mit nicht auf das Website-Design angepasster Werbung,
  • für die Cookie-Notice gibt es zwei konkurrierende Optionen: entweder ein möglichst unauffälliger Hinweis, der nicht zu viel wertvollen Platz wegnimmt, oder aber einen gut gestalteten, interessanten und wirklich informativen kompletten Overlay, in dem mehrere Optionen zur Auswahl stehen – inklusive der Option, keine Cookies zuzulassen. Auf der vorliegenden Seite jedoch wird ein Mittelweg gewählt, der nach der Devise »worst of both worlds« gestaltet worden zu sein scheint: Er nimmt viel Platz ein, erfordert aber nicht unmittelbar eine Handlung, weshalb er häufig ignoriert wird, deshalb aber nicht weniger stört; gleichzeitig bietet er in der Theorie zwei Optionen, die aber nur zwischen dem Zulassen von Cookies und dem Zahlen für das Angebot (und damit der weitgehenden Werbefreiheit) bestehen, ohne aber detailliert über die Notwendigkeit der Cookies aufzuklären (die Behauptung, Werbung werde erst durch den Einsatz von Cookies überhaupt ermöglicht, stimmt in dieser Absolutheit jedenfalls nicht),
  • die Anfrage um eine Benachrichtigungserlaubnis ist über einen externen Anbieter eingebunden, der sie an die falsche Stelle im Browser gesetzt hat, an der der entsprechende Pfeil überhaupt keinen Sinn ergibt. Darüber hinaus spiegelt er auch in der Optik eine offizielle Benachrichtigungsanfrage durch den Browser vor,
  • die Sharing-Optionen befinden sich am Beginn des Artikels direkt unter der Überschrift, wo sie zwar bei vielen Websites ihren Stammsitz haben, aber dort nur selten bis nie sinnvoll positioniert sind, da ein Share ja nur dann Sinn ergibt, wenn der Artikel bereits gelesen wurde. Kaum jemand wird die Mühe auf sich nehmen, sich nach dem Lesen des Artikels auf die Suche nach den Share-Buttons zu begeben. Entweder, sie sind dort, wo sie im Moment vor dem Absprung gebraucht werden – nämlich am Ende eines Artikels –, oder sie werden in der Praxis nicht genutzt. Ein Share, der über die Share-Buttons am Anfang eines Artikels getätigt wurde, kann also kaum ein qualitativ hochwertiger sein, wie er von den Betreiberinnen und Betreibern einer Website gewünscht werden wird,
  • die mitscrollende Navigationsleiste ist im vorliegenden Fall eigentlich das kleinste Übel, denn sie ist durchaus auch weiter unten noch hilfreich, da sie eine praktische und prominente Suchleiste beinhaltet. Dennoch ist die Navi ohne weiteres Zutun unbedienbar, weil sie von der Anfrage zur Benachrichtigungserlaubnis überdeckt wird. So nimmt sie also nur weiteren wertvollen Platz ein, der vom eigentlichen Inhalt ablenkt bzw. ihn überdeckt,
  • auf die Bedienelemente des Browsers (Tableiste, Adressfeld, Lesezeichenleiste, eventuelle Browsererweiterungen) hat eine Website zwar keinen Einfluss, dennoch darf sie bei der Planung einer Website nicht außer Acht gelassen werden, denn es ist ja unklar, wie viel vertikaler Platz zur Verfügung steht. Bei nicht-mobilen Bildschirmen, in denen der Browser meist eher breit als hoch ist, ist die Höhe also der Knackpunkt bei der Beschränkung des angezeigten Inhalts, entsprechend sparsam sollte insgesamt mit Elementen auf der Website, die die Höhe des tatsächlich relevanten Inhalts weiter verringern, umgegangen werden.

Die schiere Menge an nutzungsunfreundlichen Elementen und Designnachlässigkeiten ist besonders frappierend, weil die Seite sich insbesondere beim allerersten Aufruf so abweisend darstellt. Einige der aufgezeigten Probleme lassen sich von den Nutzerinnen und Nutzern selbst mit Klicks aus der Welt schaffen: Benachrichtigungen können angenommen oder abgelehnt werden; ebenso besteht die Möglichkeit, Cookies zuzulassen oder für das Angebot zu zahlen. Aber es darf überhaupt nicht erst soweit kommen, dass Elemente auf einer Website als Problem wahrgenommen werden. Die Seite wirkt schlicht überhaupt nicht einladend, wieso sollten Nutzerinnen und Nutzer hier also Zeit verbringen? Dennoch erscheint in der Cookie-Notice sofort die Aufforderung, Geld für die Nutzung zu zahlen. Dieser Ansatz hilft vielleicht bei Spotify, wo die Hörerinnen und Hörer in der kostenlosen Version so lange mit unpassender Werbung genervt werden, bis sie sich erbarmen und sich einen Premium-Account zulegen, doch für ein Nachrichtenangebot dieser Art ist es genau der falsche Ansatz, denn im Überfluss der Nachrichten im Netz ist der Klick auf die nächste Seite, die Infos auch bereit hält, ohne dass erst zehn Klicks getätigt werden müssen, bei denen nicht klar ist, dass einer nicht doch aus Versehen zu einer unerwünschten Werbeseite weiterleitet, nicht weit.

Bei Paas Medien achten wir stets darauf, dass Ihre Website auch unter nicht optimalen Bedingungen noch gut aussieht und Ihre potenziellen Kundinnen und Kunden nicht von Popups, Cookie-Benachrichtigungen oder Werbung genervt sind. Vereinbaren Sie deshalb jetzt ein kostenloses Erstberatungsgespräch mit uns. Wir arbeiten mit Ihnen intensiv an Ihrer neuen Website oder Ihrem Website-Relaunch, der auf ein optimales, freudiges Erlebnis für Ihre potenziellen Kundinnen und Kunden optimiert ist. Durch ein von Haus aus responsives Design nutzen wir den vorhandenen Bildschirmplatz optimal aus und beraten Sie kompetent und freundlich zum sinnvollen Einsatz von Navigationsleisten, Browser-Benachrichtigungen und Share-Buttons. Unsere jahrelange Erfahrung im Webdesign hilft Ihnen ganz konkret, die richtige Entscheidung bei der Auswahl der für Sie passenden Cookie-Notice zu treffen. Darüber hinaus sind wir Experten für Online-Marketing und können Ihnen genau sagen, welche Online-Werbung wirklich wirkt – kleiner Tipp: Werbung, die nur nervt, ist es sicher nicht.